Blog des Aachener Unternehmensberaters Dr. Markus Selders. Er ist Geschäftsführer der Aachener Unternehmensberatung B&U Beraten und Umsetzen GmbH und berät den Mittelstand und Existenzgründer im Raum Aachen – Köln – Düsseldorf. Schwerpunkte sind Marketing, Strategie und E-Commerce.

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Rezension: Anleitung zum Uninnovativsein

Montag, 22. Februar 2010

Carsten Deckert: Anleitung zum UninnovativseinWas bedeutet eigentlich Innovation für Sie, für ihr Umfeld, für ihr Unternehmen? Schlagzeilen wie „Innovation im Mittelstand“ oder „Innovativer Mittelstand“ begegnen uns an jeder Ecke bzw. in jeder Zeitung oder Veröffentlichung. Viele Unternehmen schmücken sich damit, besonders innovativ zu sein.

Ausgerechnet in dieser „innovativen Zeit“ bringt Dr. Carsten Deckert eine „Anleitung zum Uninnovativsein“ heraus. Er beschreibt in diesem Buch praxistaugliche Methoden, den Unternehmensalltag unkreativ und einfallslos zu gestalten und Innovationen konsequent zu vermeiden.

Zugegeben, dass Innovationen verhindert oder vermieden werden sollen, ist nicht die eigentliche Intention des Autors. Die aufgeführten Beispiele halten dem Leser vielmehr einen Spiegel vor Augen und zeigen oft sehr deutlich, wo und wie im alltäglichen Arbeitsleben Innovationen schlicht ausgebremst werden.

Anhand von „fünf Grundgesetzten des Uninnovativseins“ zeigt Carsten Deckert eindrucksvoll und anschaulich auf, wie in vielen Unternehmen auf Veränderungen oder Anregungen reagiert wird. So lautet zum Beispiel das erste Grundgesetz:  „Blockieren ist besser als probieren“.

Carsten Deckert wählt für sein Buch einen ungewöhnlichen Weg. Die an Paul Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ angelehnte Darstellung ist durchweg sehr unterhaltsam. Dennoch wird das Thema auch aus wissenschaftlicher Sicht behandelt und der Leser findet unzählige Verweise auf Quellen und Zitate zur Vertiefung des Themas.

Carsten Deckert gelingt mit diesem satirischen Ansatz der Spagat zwischen kurzweiliger Unterhaltung und wissenschaftlicher Distanz gut, so dass dieses Buch nicht nur für Unternehmensberater, (angehende) Wirtschaftsexperten oder Fachkräfte lesenswert ist, sondern eben auch einen guten Einstieg in das Thema „Innovation“ liefert.

Ebenfalls sehr lesenswert ist der Blog von Carsten Deckert, auf dem das Thema des Buches ständig um aktuelle Beispiele und Informationen erweitert wird. Ganz besonders möchte ich Ihnen den Beitrag zu den Kochprofis empfehlen.

Ihr Unternehmensberater

Markus Selders

Kopf schlägt Kapital: Existenzgründung jenseits von Business-Plänen und Rentabilitätsrechnungen

Montag, 10. August 2009

„Die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen” und „Von der Lust, ein Entrepreneur zu sein” lauten die Untertitel zu Günter Faltins Buch „Kopf schlägt Kapital”. Erfreulich angenehm zu lesen beschreibt der Professor der Freien Universität Berlin, dass nicht die Zahlen und Excel-Tabellen im Businessplan die wahren Erfolgskriterien sind.

Existenzgründer sollten an der Idee feilen

Die Arbeit an der Geschäftsidee oder wie er es nennt am „Entrepreneurial Design” werde in der Praxis zu häufig vernachlässigt, schreibt Faltin. Eine These, die ich aus meiner Praxis als Berater durchaus unterschreiben kann. Existenzgründer liefern – unterstützt durch Businessplan-Vorlagen und Businessplan-Ratgeber – auf den Cent genaue Prognosen zu Umsatz und Kosten, während wesentliche Fragen wie „Was ist mein Wettbewerbsvorteil?”  und „Welchen echten (Zusatz-)Nutzen stifte ich meinen Kunden?” schwammig oder gar unbeantwortet bleiben.

Existenzgründung aus dem Baukasten

Faltin macht auch Schluss mit dem Mythos, dass Existenzgründer zwingend einen 14-Stunden-Tag haben und alles „selbst und ständig” machen müssen (s. auch: Der Unternehmer als Engpass). Er beschreibt, wie man mit Hilfe von externen Dienstleistern von der Logistik bis zum Sekretariat vieles auslagern kann. Dadurch wird der Gründer entlastet und das Unternehmen bleibt schlank, da viele Investition in Infrastruktur, Personal und Prozesse wegfallen. So sinkt der Kapitalbedarf und das Risiko bleibt gering.

Lesenswert nicht nur für Existenzgründer

Mir hat das Lesen dieses Buchs viel Freude bereitet, nicht zuletzt deshalb, weil es in kurze Blöcke gegliedert ist und damit auch als leicht zu lesende Lektüre für zwischendurch geeignet ist. Faltin – übrigens neben seiner Professur selbst Unternehmer – liefert viele Ideen und Denkanstöße, die nicht nur für Existenzgründer hilfreich sind.

Ihr Existenzgründungsberater

Markus Selders



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