Existenzgründungskredit ohne Liquiditätsplan?

Im letzten Beitrag zum neuen KfW-Gründerkredit – StartGeld hatte ich über die neuen Bedingungen des StartGelds ab dem 1. April 2011 berichtet. Eine der Neuerung ist es, dass bis zu einem Kreditbetrag von 25.000 € kein Liquiditätsplan mehr für den Antrag erforderlich ist.

Brauchen kleine Gründungen keinen Liquiditätsplan?

Zunächst ist natürlich eine Vereinfachung des Antrags begrüßenswert. Für den einen oder anderen Existenzgründer stellt sich aber nun vielleicht die Frage, ob man denn nun keinen Liquiditätsplan mehr erstellen muss.

Liquiditätsplan für Sie, nicht für die Bank

Doch nur, weil der Liquiditätsplan bei der Beantragung des KfW-Gründerkredit – StartGeld nun nicht mehr in jedem Fall zu den Antragsunterlagen gehört, sollte er in meinen Augen von jedem Gründer erstellt werden. Sogar dann, wenn gar kein Kredit beantragt werden soll.

Aus dem Liquiditätsplan folgt der Finanzierungsbedarf

Neben dem Investitionsplan ist der Liquiditätsplan die wichtigste Grundlage für die Berechnung des Finanzierungsbedarfs. Entstehen Anfangsverluste? Ist mit Verzögerungen beim Zahlungseingang zu rechnen? Wie schnell müssen Lieferantenrechnungen und ggfs. Personalkosten bezahlt werden? Gibt es Umsatzschwankungen?

All diese Faktoren haben Einfluss darauf, wie groß die Liquiditätsreserve bemessen sein muss und wie hoch der Finanzierungsbedarf wirklich ist. Erfahrungsgemäß wird dies gerade von Existenzgründung ohne eine sorgfältige Planung stark unterschätzt. Die Folge: Liquiditätsengpässe und im schlimmsten Fall Zahlungsunfähigkeit schon in der Anfangsphase.

Daher lautet meine Empfehlung: Planen Sie Ihre Liquidität in jedem Fall! So schaffen Sie auch ein Bewusstsein für die Problematik. Das wird Ihnen im weiteren Verlauf Ihrer Selbständigkeit ganz sicher helfen.

Ihr Berater für die Existenzgründung in Aachen

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

Leichtere Finanzierung für Existenzgründer – KfW mit neuen Bedingungen zum StartGeld

Die Finanzierung des Gründungsvorhabens ist für die meisten Existenzgründer ein zentrales Thema. Nur die wenigsten sind in der Lage, alle notwendigen Investitionen vollständig aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Um den Finanzierungsbedarf zu decken, ist daher meist Fremdkapital erforderlich. Ein beliebtes Programm zur Finanzierung von kleineren Existenzgründern ist bereits seit längerer Zeit das KfW-StartGeld. Dieses wird nun zum 1. April 2011 von der KfW neu geregelt.

Aus dem KfW-StartGeld wird der KfW-Gründerkredit – StartGeld

Die erste Änderung des beliebten Finanzierungsinstruments ist die Änderung des Namens. Nach der Neustrukturierung der Förderprogramme der KfW wird aus dem KfW-StartGeld der KfW-Gründerkredit – StartGeld. Doch auch wenn der neue Name komplizierter klingt, bringen die Änderungen viele Vorteile für Existenzgründer.

Das ist neu am KfW-Gründerkredit – StartGeld

Die wichtigsten Neuerungen mit der Einführung des KfW-Gründerkredit – StartGeld zum 1. April 2011 sind:

  • Der maximal mögliche Finanzierungsbetrag verdoppelt sich von 50.000 € auf 100.000 €.
  • Der Höchstbetrag für die Finanzierung von Betriebsmitteln steigt von 20.000 € auf 30.000 €.
  • Bis zu einem Kreditbetrag von 25.000 € muss der KfW kein Liquiditätsplan mehr vorgelegt werden.
  • Außerplanmäßige Tilgungen sind künftig nur noch gegen Vorfälligkeitsentschädigungen und nicht mehr kostenlos möglich.

Während der letzte Punkt einen kleinen Wermutstropfen darstellt, sind die anderen Punkte klare Verbesserungen und Vereinfachungen für die Finanzierung von Existenzgründungen. Insbesondere durch die Verdopplung des maximal möglichen Kreditbetrags kommt der neue KfW-Gründerkredit – StartGeld damit für deutlich mehr Existenzgründungen in Frage.

Unterstützung bei der Finanzierung Ihrer Existenzgründung im Raum Aachen

Ich unterstütze Sie gerne bei der Finanzierung Ihrer Existenzgründung. Als Existenzgründungsberater ermittle ich mit Ihnen Ihren individuellen Finanzierungsbedarf, wähle mit Ihnen passende Finanzierungsprogramme aus und unterstütze Sie bei der Erstellung des in der Regel erforderlichen Businessplans.

Ihr Existenzgründungsberater in Aachen

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

Die goldene Bilanzregel in der Finanzierung

Die goldene Bilanzregel in der Finanzierung ist eigentlich schnell erklärt: Langfristiges Vermögen (Anlagevermögen) muss langfristig finanziert sein.

In einer sehr engen Auslegung der goldenen Bilanzregel bedeutet dies: Anlagevermögen soll durch Eigenkapital finanziert werden. In einer weiteren Auslegung sollte Anlagevermögen durch Eigenkapital und/oder langfristiges Fremdkapital finanziert werden.

In der Praxis wird die goldene Bilanzregel häufig verletzt

Wenn die goldene Bilanzregel so einfach ist, warum dann ein ganzer Blog-Betrag dazu? In meiner Arbeit mit Unternehmern und Existenzgründern wird leider immer wieder deutlich, dass diese Finanzierungsregel nicht beachtet wird. Der häufigste Fehler: Investitionen werden aus der Liquiditätsreserve oder gar aus dem Kontokorrentkredit finanziert.

Goldene Bilanzregel bei jeder Investition prüfen

Nehmen wir an, ein Kleinunternehmer plant die Investition in eine neue Maschine. Es handelt sich um eine Standardmaschine mit einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer von 5 Jahren und einem Preis von 10.000 €. Das Konto steht bei 5.000 €, der Kontokorrentrahmen liegt bei 10.000 €. Man erwartet eine erhebliche Umsatzsteigerung durch eine bessere Qualität mit der neuen Maschine. Soll nun zur Hälfte aus den liquiden Mitteln und zur Hälfte aus dem Kontokorrent finanziert werden, wo man doch schnelle Rückflüsse erwartet? Oder doch besser ein Kredit mit einer Laufzeit von 5 Jahren – entsprechend der Nutzungsdauer – aufgenommen werden?

Nach der goldenen Bilanzregel muss der langfristig laufende Kredit gewählt werden. Häufig wird vergessen, dass auch die erwartete Umsatzsteigerung liquide Mittel verlangt. Zusätzliches Material muss gekauft werden, Aufträge meist vorfinanziert werden. Steigt der Umsatz, steigt hier auch der Finanzierungsbedarf. Dafür sind Liquiditätsreserven und Kontokorrentkredite geeignet – nicht jedoch für langfristige Investitionen.

Zinsen zahlen, obwohl Geld auf dem Konto liegt?

Diesen Einwand höre ich in solchen Situationen oft. Es spricht nichts dagegen, einen Teil einer solchen Investition aus Eigenmitteln zu finanzieren, wenn sie vorhanden sind. Ganz im Gegenteil – Eigenkapital ist langfristiges Kapital und darf im Prinzip bei keiner Investition fehlen. Dennoch: Nur wenn das Geld auf dem Konto langfristig nicht benötigt wird, darf es langfristig gebunden werden. Ansonsten gilt, wie ich schon einmal in einem anderen Beitrag geschrieben habe: Liquidität vor Rentabilität.

Im Zweifel: Lassen Sie sich unabhängig beraten!

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Finanzierungsstruktur richtig ist, oder wie Sie Ihre nächste Investition am besten finanzieren sollen: Holen Sie sich – unabhängige – Hilfe.

Ich unterstütze Sie gerne! Sie erreichen mich unter:
(0241) 435 59 38 oder Markus.Selders@beraten-und-umsetzen.de.

Ihr Unternehmensberater in Aachen

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

Liquidität vor Rentabilität

Eine alte Kaufmannsweisheit besagt „Liquidität vor Rentabilität“. Gemeint ist, dass ein Unternehmer stets in der Lage sein muss, seinen kurzfristigen Verbindlichkeiten nachzukommen. Andernfalls droht die Zahlungsunfähigkeit und damit das Aus der Firma.

Eine Liquiditätsreserve schützt vor Zahlungsunfähigkeit

Eine (großzügig bemessene) Liquiditätsreserve schützt vor der Zahlungsunfähigkeit und erhält dem Unternehmer Handlungsspielräume auch in schwierigen Zeiten. Leider ist die Liquiditätsreserve in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen meist zu knapp bemessen. Auch Existenzgründer unterschätzen diese Position im Businessplan leider häufig.

Kredit, obwohl liquide Mittel vorhanden sind?

Daher ist es oftmals sinnvoll, zur Finanzierung einer Investition auch dann einen Kredit aufzunehmen, wenn sich die Investition aus den liquiden Mitteln des Unternehmens finanzieren ließe. Eine Ursache dafür ist, dass Banken bei Investitionsentscheidungen meist bessere Konditionen bieten als bei einer Krisenfinanzierung.

Bricht der Umsatz nach einer solchen Investition zum Beispiel unerwartet ein, müssen laufende Kosten wie Gehälter und Miete trotzdem weiter gezahlt werden. Wenn die Liquiditätsreserve für die Investition aufgebraucht wurde, wird es nun eng.

Fazit

Sinkt in einem Unternehmen (vorübergehend) die Rentabilität, wird das eingesetzte Kapital nicht mehr angemessen verzinst und unter Umständen fällt auch der Unternehmerlohn geringer aus. Das ist unangenehm aber meist zu verkraften.

Gerät ein Unternehmen in ernsthafte Liquiditätsprobleme, kann dies das vollständige Aus für das Unternehmen bedeuten. Da dies in der Regel nicht so einfach zu verkraften ist, gilt die alte Kaufmannsweisheit „Liquidität vor Rentabilität“ auch heute noch.

Ihr Unternehmensberater in Aachen

Markus Selders

PS: Wenn Sie Hilfe bei der Planung und beim Management Ihrer Liquidität benötigen, rufen Sie mich unter (0241) 435 59 38 an. Ich helfe Ihnen gerne!

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

Interview mit einem gescheiterten Existenzgründer

FOCUS Online berichtet unter dem Titel „Vom Gründer zum Hartz-IV-Empfänger“ heute über Sascha Suden, der die Geschichte seines Scheiterns nun in einem Buch vermarktet. Im Interview erzählt der mit einem Einzelhandelsgeschäft für Blumen, Möbel und Accessoires in Berlin gescheiterte Existenzgründer über die Gründe für den Misserfolg. Dabei sind einige Punkte, die ich aus meiner Beratungspraxis als „typische Fehler“ bezeichnen würde.

Fehler Leichtgläubigkeit und übertriebene Euphorie

Eine positive Einstellung zur Selbständigkeit ist wichtig und für den Erfolg unabdingbar. Damit geht immer einer gewisse Euphorie einher. Dennoch sollten Sie als Existenzgründer nie die Risiken außer Acht lassen und unbedingt die kaufmännische Seite genau durchrechnen. Auch und gerade dann, wenn Sie eher der kreative Typ sind. Als Unternehmer sind Sie für alle kaufmännischen Entscheidung alleine verantwortlich.

Seien Sie deshalb stets kritisch. Gegenüber Ihren eigenen Ideen und vor allem gegenüber den Angeboten, die Sie erhalten. Es kling banal, aber unterschreiben Sie niemals etwas, dass nicht gelesen oder vollständig verstanden haben!

Fehler bei der Finanzierungs- und Kapitalbedarfsplanung

Liquidität ist oberstes Gebot! Als Unternehmer müssen Sie jederzeit in der Lage sein, Ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Dabei unterscheidet sich die Liquiditätssituation eines Unternehmens manchmal deutlich von der Ertragslage.

Sollte Ihnen das jetzt kompliziert erscheinen, lassen Sie sich beraten. Und verlangen Sie von Ihrem Berater, dass er Ihnen den Unterschied erklärt. Schließlich hängt Ihre Existenz davon ab, nicht die Ihres Beraters.

Zu geringe Liquiditätspolster

Wenn Ihr Businessplan von Anfang an „auf Kante genäht“ ist und Sie keine Liquiditätspolster eingeplant haben, überdenken Sie Ihr vorhaben noch einmal. Herr Suden hat recht, wenn er im Interview jedem Gründer empfiehlt, seinen Lebensunterhalt mindestens ein halbes Jahr ohne Entnahmen aus dem Unternehmen finanzieren zu können. Ich kann ihm nur zustimmen, mit Fehlern die an dieser Stelle gemacht werden, beginnt für viele Jungunternehmer die Krise bereits mit der Existenzgründung.

Holen Sie sich professionelle Hilfe

Sie wollen Ihren Kunden ein professionelles Produkt oder eine professionelle Dienstleistung anbieten? Sie sind gut in der Sache, haben aber noch keine unternehmerische Erfahrung? Dann empfehle ich Ihnen, auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit den Beratungszuschüssen aus den Förderprogrammen für Existenzgründer und Jungunternehmer ist diese professionelle Hilfe sicher günstiger als Sie denken. Und auf jeden Fall günstiger als die Folgen von unprofessionellem Handeln.

Lassen Sie uns darüber sprechen, ich unterstütze Sie gerne! Sie erreichen mich unter: (0241) 435 59 38 oder Markus.Selders@beraten-und-umsetzen.de

Ihr Unternehmensberater in Aachen

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites