Mit dem Hammer eine Schraube bearbeiten? Darauf käme kein Handwerker. Im Management sieht es jedoch oft anders aus. Hier werden vielfach die falschen Werkzeuge zur Problemlösung eingesetzt. Die üblichen Verdächtigen sind Management-Moden und Software.
Moden kommen und gehen – auch im Management
Von Management-Trends lebt eine ganze Industrie. Management-Zeitschriften steigern Ihre Auflagen nur mit immer wieder aktuellen Themen. Unternehmens- oder Managementberater akquirieren mit neuen Methoden Beratungsprojekte. Und innovative Unternehmer sind bei der Führung ihres Unternehmens bestrebt, stets auf dem neuesten Stand zu sein.
Nun ist Fortschritt im Management nichts Schlechtes – ganz im Gegenteil. Viele dieser neuen Methoden mit den toll klingenden Namen lassen sich bei näherer Betrachtung jedoch als alter Wein in neuen Schläuchen entlarven. Und selbst für die tatsächlichen Innovationen gilt: Nur weil es ein neues Werkzeugt gibt, passt dies noch längst nicht auf alle Probleme.
Software verbessert Prozesse nicht, sie macht sie nur schneller
Gleiches gilt für die Einführung von Software. Immer neue Funktionen bieten die Hersteller an, um neue Versionen zu verkaufen und mehr Kunden zu gewinnen. Doch gerade bei der Einführung von betriebswirtschaftlicher Software bei kleinen und mittelständischen Unternehmen werden hier viele Fehler gemacht.
Hier wird die fachliche Einrichtung der Software oft übersehen oder unterschätzt. Sie erfordert betriebswirtschaftliches Know-how und Prozesskenntnisse. Meist ist sie um ein vielfaches aufwändiger als die technische Installation und macht oftmals den größten Posten bei der Software-Einführung aus. Gleichzeitig bietet es sich dabei an, die vorhandenen Abläufe auf den Prüfstand zu stellen und – auch unter Berücksichtigung der neuen Möglichkeiten – zu verbessern.
Tipps, damit Sie die richtigen Werkzeuge wählen
- Analysieren Sie Ihr Problem, bevor Sie das Werkzeug auswählen. So banal es klingt: Nur wenn Sie Ihr Problem genau kennen, können Sie die richtige Lösung finden.
- Lassen Sie sich nicht von Modeworten und Anglizismen blenden. Fragen Sie so lange nach, bis Sie verstanden haben, worum es geht. Wenn Sie merken, dass Ihr Berater hier ins Schwimmen gerät, ist er wahrscheinlich nicht der richtige für Ihr Problem.
- Viele Modebegriffe im Management sind nicht geschützt oder allgemeingültig definiert. Manchmal erhalten Sie bei drei Personen auch drei unterschiedliche Definitionen zu ein und demselben Begriff.
- Prüfen Sie erst, wie Sie Ihre Abläufe verbessern können und wollen, bevor Sie eine Software auswählen und einführen.
- Planen Sie ausreichend Zeit und Budget für die fachliche Einrichtung Ihrer kaufmännischen Software. Holen Sie sich dazu die richtige Unterstützung. Allein zu wissen, wie die Software technisch funktioniert, reicht nicht aus. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind hier Pflicht.
Diese Tipps werden Ihnen helfen, den richtigen Partner für die Lösung Ihrer Problemstellungen zu finden. Einen Partner, der nicht nur in seinen Spezialgebieten gut ist, sondern stets das „große Ganze” im Blick behält.
Ihr Unternehmensberater
Markus Selders