Die goldene Bilanzregel in der Finanzierung

Die goldene Bilanzregel in der Finanzierung ist eigentlich schnell erklärt: Langfristiges Vermögen (Anlagevermögen) muss langfristig finanziert sein.

In einer sehr engen Auslegung der goldenen Bilanzregel bedeutet dies: Anlagevermögen soll durch Eigenkapital finanziert werden. In einer weiteren Auslegung sollte Anlagevermögen durch Eigenkapital und/oder langfristiges Fremdkapital finanziert werden.

In der Praxis wird die goldene Bilanzregel häufig verletzt

Wenn die goldene Bilanzregel so einfach ist, warum dann ein ganzer Blog-Betrag dazu? In meiner Arbeit mit Unternehmern und Existenzgründern wird leider immer wieder deutlich, dass diese Finanzierungsregel nicht beachtet wird. Der häufigste Fehler: Investitionen werden aus der Liquiditätsreserve oder gar aus dem Kontokorrentkredit finanziert.

Goldene Bilanzregel bei jeder Investition prüfen

Nehmen wir an, ein Kleinunternehmer plant die Investition in eine neue Maschine. Es handelt sich um eine Standardmaschine mit einer wirtschaftlichen Nutzungsdauer von 5 Jahren und einem Preis von 10.000 €. Das Konto steht bei 5.000 €, der Kontokorrentrahmen liegt bei 10.000 €. Man erwartet eine erhebliche Umsatzsteigerung durch eine bessere Qualität mit der neuen Maschine. Soll nun zur Hälfte aus den liquiden Mitteln und zur Hälfte aus dem Kontokorrent finanziert werden, wo man doch schnelle Rückflüsse erwartet? Oder doch besser ein Kredit mit einer Laufzeit von 5 Jahren – entsprechend der Nutzungsdauer – aufgenommen werden?

Nach der goldenen Bilanzregel muss der langfristig laufende Kredit gewählt werden. Häufig wird vergessen, dass auch die erwartete Umsatzsteigerung liquide Mittel verlangt. Zusätzliches Material muss gekauft werden, Aufträge meist vorfinanziert werden. Steigt der Umsatz, steigt hier auch der Finanzierungsbedarf. Dafür sind Liquiditätsreserven und Kontokorrentkredite geeignet – nicht jedoch für langfristige Investitionen.

Zinsen zahlen, obwohl Geld auf dem Konto liegt?

Diesen Einwand höre ich in solchen Situationen oft. Es spricht nichts dagegen, einen Teil einer solchen Investition aus Eigenmitteln zu finanzieren, wenn sie vorhanden sind. Ganz im Gegenteil – Eigenkapital ist langfristiges Kapital und darf im Prinzip bei keiner Investition fehlen. Dennoch: Nur wenn das Geld auf dem Konto langfristig nicht benötigt wird, darf es langfristig gebunden werden. Ansonsten gilt, wie ich schon einmal in einem anderen Beitrag geschrieben habe: Liquidität vor Rentabilität.

Im Zweifel: Lassen Sie sich unabhängig beraten!

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Finanzierungsstruktur richtig ist, oder wie Sie Ihre nächste Investition am besten finanzieren sollen: Holen Sie sich – unabhängige – Hilfe.

Ich unterstütze Sie gerne! Sie erreichen mich unter:
(0241) 435 59 38 oder Markus.Selders@beraten-und-umsetzen.de.

Ihr Unternehmensberater in Aachen

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

In den Unternehmen im Rheinland stehen die Zeichen auf Wachstum

Die „Wirtschaft lässt die Krise hinter sich“, so ist der Tenor der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) im Rheinland. 2.000 Unternehmen haben sich an der Herbstbefragung der IHK Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln und Mittlerer Niederrhein beteiligt. Fazit der Befragung: „Die Wirtschaft im Rheinland hat das Vorkrisenniveau fast wieder erreicht.“

Unternehmen im Rheinland planen Investitionen für die Expansion

Jedes dritte Unternehmen im Rheinland stockt nach der Studie sein Investitionsbudget für 2011 auf. Demgegenüber stehen nur 15 Prozent der Unternehmen, die in 2011 ihre Investitionen zurückfahren werden. Damit befindet sich dieser Wert erstmals seit Spätsommer 2008 wieder im positiven Bereich.

Keine Kreditklemme im Rheinland

In der Konjunkturumfrage wurden die Unternehmen auch nach der Entwicklung der Kreditkonditionen befragt. Für 71 Prozent der Unternehmen haben sich die Kreditkonditionen nicht verändert. Für 11 Prozent haben sich die Konditionen sogar verbessert. 16 Prozent der Unternehmen im Rheinland berichten über verschlechterte Konditionen und 2 Prozent über abgelehnte Kreditanträge.

Hauptursachen für die Verschlechterung der Konditionen waren erhöhte Anforderungen an die Sicherheit (63 Prozent), hohe Zinsen (46 Prozent) und restriktive Dokumentationspflichten (42 Prozent).

Wachstum und Finanzierung sorgfältig und frühzeitig planen

Unternehmen nicht nur im Rheinland sind gut beraten, ihr Wachstum und dessen Finanzierung sorgfältig zu planen und frühzeitig vorzubereiten. Denn auch lange Bearbeitungszeiten wurden in 26 Prozent der Fälle mit schlechteren Bedingungen als Ursache genannt.

Die Expansion sorgfältig und detailliert zu planen, ist neben einem wieder anspringenden Tagesgeschäft oft nur schwer möglich. Ein kompetenter Unternehmensberater kann Sie hier unterstützen. So sind Sie optimal vorbereitet, wenn Sie über die Zukunft Ihres Unternehmens entscheiden. Und Sie erhalten detaillierte Planungen, die die Kreditvergabe bei Ihrer Bank erleichtern.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Planung Ihres Wachstums? Rufen Sie mich an unter (0241) 435 59 38 und wir packen Ihr Wachstum gemeinsam an.

Ihr Unternehmensberater aus dem Rheinland

Markus Selders

Das Konjunkturbarometer Rheinland als PDF zum Download.

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

Liquidität vor Rentabilität

Eine alte Kaufmannsweisheit besagt „Liquidität vor Rentabilität“. Gemeint ist, dass ein Unternehmer stets in der Lage sein muss, seinen kurzfristigen Verbindlichkeiten nachzukommen. Andernfalls droht die Zahlungsunfähigkeit und damit das Aus der Firma.

Eine Liquiditätsreserve schützt vor Zahlungsunfähigkeit

Eine (großzügig bemessene) Liquiditätsreserve schützt vor der Zahlungsunfähigkeit und erhält dem Unternehmer Handlungsspielräume auch in schwierigen Zeiten. Leider ist die Liquiditätsreserve in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen meist zu knapp bemessen. Auch Existenzgründer unterschätzen diese Position im Businessplan leider häufig.

Kredit, obwohl liquide Mittel vorhanden sind?

Daher ist es oftmals sinnvoll, zur Finanzierung einer Investition auch dann einen Kredit aufzunehmen, wenn sich die Investition aus den liquiden Mitteln des Unternehmens finanzieren ließe. Eine Ursache dafür ist, dass Banken bei Investitionsentscheidungen meist bessere Konditionen bieten als bei einer Krisenfinanzierung.

Bricht der Umsatz nach einer solchen Investition zum Beispiel unerwartet ein, müssen laufende Kosten wie Gehälter und Miete trotzdem weiter gezahlt werden. Wenn die Liquiditätsreserve für die Investition aufgebraucht wurde, wird es nun eng.

Fazit

Sinkt in einem Unternehmen (vorübergehend) die Rentabilität, wird das eingesetzte Kapital nicht mehr angemessen verzinst und unter Umständen fällt auch der Unternehmerlohn geringer aus. Das ist unangenehm aber meist zu verkraften.

Gerät ein Unternehmen in ernsthafte Liquiditätsprobleme, kann dies das vollständige Aus für das Unternehmen bedeuten. Da dies in der Regel nicht so einfach zu verkraften ist, gilt die alte Kaufmannsweisheit „Liquidität vor Rentabilität“ auch heute noch.

Ihr Unternehmensberater in Aachen

Markus Selders

PS: Wenn Sie Hilfe bei der Planung und beim Management Ihrer Liquidität benötigen, rufen Sie mich unter (0241) 435 59 38 an. Ich helfe Ihnen gerne!

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

Frühzeitig planen, damit es nicht zum Liquiditätsengpass kommt

Wie sieht Ihre Liquidität in sechs Monaten aus? Wie lange reichen Ihre liquiden Mittel, wenn keine Einnahmen mehr fließen würden? Welche (vorhersehbare und unvorhersehbare) Zahlungen können Sie ohne größere Probleme wegstecken?

Fehlende Planung ist die häufigste Ursache für Liquiditätsengpässe

Wenn Sie auf diese Fragen keine Antworten kennen, stehen Sie nicht alleine da. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen das Thema Liquiditätsmanagement vernachlässigen. Dennoch ist genau die fehlende Transparenz über die Liquiditätsentwicklung eine häufige Ursache für ernsthafte Probleme.

Alarmsignal für einen drohenden Liquiditätsengpass: Das ständig überzogene Konto

Ein typisches Alarmsignal für einen drohenden Liquiditätsengpass ist ein ständig ausgeschöpfter Kontokorrentrahmen auf dem Geschäftsgirokonto. In der Praxis steht das Geschäftsgirokonto in vielen Betrieben übers Jahr gesehen mehr im Minus als im Plus. Oftmals wird ein Guthaben sofort wieder investiert.

Liquiditätsreserven schützen vor Engpässen

Dabei sollte ein gesundes Unternehmen über ausreichende Liquiditätsreserven verfügen, um auch unvorhergesehene Ereignisse oder eine – vorübergehende – Flaute problemlos zu überstehen, ohne dass es zu Engpässen kommt.

Liquidität macht frei

Wenn Sie bei einem Liquiditätsengpass zu Ihrer Hausbank müssen, ist Ihre Verhandlungsposition eher schlecht. Wenn Sie eine neue Investition tätigen wollen und über ausreichend liquide Mittel verfügen, ist Ihre Position deutlich besser. Und auch bei Ihren Lieferanten sind Sie mit Geld auf dem Konto in einer guten Verhandlungsposition. Da dort die Liquidität ebenfalls ein Thema ist, können Sie unter Umständen gute Rabatte aushandeln, wenn Sie sofort zahlen können.

Die Liquiditätsplanung

Zu Beginn der Liquiditätsplanung steht eine Analyse Ihrer aktuellen Situation. Sind liquide Mittel unnötig lange z.B. im Warenlager gebunden? Wie sind die Zahlungsziele bei Kunden und Lieferanten? Werden Sie eingehalten?

Nach der Bestandsaufnahme werden die Zahlen für die Zukunft geplant. Wie werden sich Umsätze, Mitarbeiterzahlen und andere laufenden Kosten entwickeln? Welche Auswirkungen hat das auf die Zahlungsströme im Unternehmen? Stehen Investitionen an? Wie werden diese finanziert?

Ergebnis der Planung ist ein Liquiditätsplan, der deutlich zeigt, ob zu jedem Zeitpunkt ausreichend liquide Mittel vorhanden sind. Idealerweise enthält er darüber hinaus verschiedene Szenarien, damit auch bei schlechter Geschäftsentwicklung kein Liquiditätsengpass entsteht.

Unterstützung bei der Liquiditätsplanung

Wenn Sie bei der Erstellung Ihrer Liquiditätsplanung Hilfe benötigen, rufen Sie mich unter (0241) 435 59 38 an. Ich unterstütze Sie gerne!

Ihr Unternehmensberater aus Aachen

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

KfW senkt die Zinsen bei geförderten Krediten

In Ihrer heutigen Pressemitteilung kündigt die KfW eine Zinssenkung „in den meisten ERP- und KfW-Förderprogrammen zum 11. Mai 2010 an. Laut KfW ist dies bereits die dritte Zinssenkung in diesem Jahr.

Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen

Die Förderprogramme der KfW bieten viele Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen. Auch Existenzgründer, die beabsichtigen ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen profitieren von den Finanzierungsmöglichkeiten der KfW.

Für Kredite gilt das Hausbankprinzip

Für die von der KfW geförderten Kredite gilt das Hausbankprinzip. Das bedeutet nicht, dass zu der Bank bereits eine Beziehung bestehen muss, sondern dass die Kredite über eine Geschäftsbank wie z.B. eine Sparkasse, eine Volksbank oder eine private Bank beantragt werden müssen. Eine direkte Beantragung von Krediten bei der KfW ist nicht möglich.

Die Vorbereitung entscheidet bei der Finanzierung über den Erfolg

Die ausgewählte Geschäftsbank prüft die Kreditanträge zunächst intern, bevor sie sie an die KfW weiterleitet. KfW-Förderkredite sind somit nicht für spontane Kreditanfragen geeignet, da der Antrag gleich zweimal geprüft werden muss.

Für Ihre Vorbereitung bedeutet das vor allem:

  • Planen Sie Ihren Kapitalbedarf frühzeitig und langfristig.
  • Planen Sie lieber etwas zu großzügig als zu knapp. So vermeiden Sie Nachfinanzierungen, wenn sich Ihr Geschäft nicht ganz wie erwartet entwickelt.
  • Planen Sie sorgfältig und erstellen Sie überzeugende Unterlagen, die nicht nur Ihren Kapitalbedarf deutlich machen, sondern aus denen auch hervor geht, wie Sie Ihr Vorhaben zum Erfolg führen möchten.

Ihr Unternehmensberater

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites