Ein kostenloser Businessplan kann ziemlich teuer werden

Als Existenzgründer finden Sie im Internet viele günstige oder kostenlose Businessplanvorlagen. Ob für die Bank oder die Agentur für Arbeit – scheinbar existiert für fast jede Branche ein fertiger Plan im Netz.

Businesspläne nicht nur für Förderungen oder Kredite

Ich habe vor einiger Zeit schon einmal zu den Themen „Businessplan für die Bank“ und „Wann ist ein Businessplan erfolgreich?“ geschrieben, dass Ihr Businessplan erst dann erfolgreich war, wenn Sie Ihre Kredite auch zurückzahlen können. Lesen Sie doch dort einmal nach.

Für den Existenzgründungszuschuss reicht ein kostenloser Businessplan, oder?

Richtig ist sicherlich, dass bei Gründungen ohne Finanzierungsbedarf (meist reine Dienstleistungsgründungen) das Risiko erheblich geringer ist. Und Gründer wollen oftmals kein Geld und keine Zeit investieren, um Förderungen wie den Gründungszuschuss zu bekommen.

Ein Profi merkt jedoch sehr schnell, ob es sich um eine einfache Vorlage handelt oder ob eigene Überlegungen im Plan stecken. Und für die Strukturierung solch einfacher Businesspläne gibt es tatsächlich kostenlose (Software-)Unterstützung. Unter anderem auch das Softwarepaket des BMWIs.

Wichtiger als die Struktur des Businessplans: Das Geschäftsmodell

Doch mit der Strukturierung des Businessplans ist es nicht getan – auch wenn Fragen zu Gliederung und Formulierungen bei Existenzgründern häufig sind. Viel wichtiger als diese Struktur ist jedoch das darin abgebildete Geschäftsmodell.

Im Geschäftsmodell bestehen aus meiner Erfahrung heraus die meisten Schwächen in Businessplänen. Fragen wie die folgenden werden viel zu oft nicht schlüssig beantwortet:

  • Wie viel Umsatz wollen wir erzielen?
  • Wie wird sich der Umsatz im Zeitverlauf entwickeln?
  • Wo kommen die Kunden her?
  • Wie hoch ist die Marge?
  • Wie hoch sind die Fixkosten?
  • Wo sind die größten Risiken verborgen?

Der Businessplan für den Unternehmer

Dabei sind es gerade diese Fragen, die über Erfolg oder Misserfolg bei der Existenzgründung entscheiden. Auch wenn Sie keine große Finanzierung aufnehmen müssen, Sie investieren Ihre Zeit und ggfs. auch die Zuschüsse zum Beispiel von der Agentur für Arbeit. Diese sind zeitlich begrenzt und wenn sie ausgelaufen sind, müssen Sie als Unternehmer auf eigenen Beinen stehen können.

Beratung nicht nur für den Businessplan

Deshalb empfehle ich jedem Gründer, sich vor und nach der Gründung kompetent beraten zu lassen. Nutzen Sie das Beratungsprogramm Wirtschaft NRW und das Gründercoaching Deutschland um Ihr Geschäftsmodell zu planen. Sie erhalten bis zu 90% Zuschuss zum Beraterhonorar – damit wird kompetente Beratung für jeden Gründer bezahlbar. Vor allem im Vergleich zu hohen Kreditbelastungen oder Umsatzausfällen – mit denen Sie einen kostenlosen Businessplan oftmals teuer bezahlen.

Ihr Aachener Unternehmensberater

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

Businessplan und Zahlen

Gelegentlich bekomme ich von Existenzgründern Business-Pläne vorgelegt mit dem Hinweis: „Der Textteil steht schon, jetzt fehlen nur Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau.“ Auch bei fertigen Businessplänen, die ich z.B. als Gutachter der Aachener Gründungs- und Wachstumsinitiative ac² gesehen habe, stehen Text und Zahlen oft in schwachem oder gar keinem Zusammenhang.

Die Situation in vielen Businessplänen: Zahlen ohne Text und Text ohne Zahlen

Ein solcher Businessplan mit isoliertem Text- und Zahlenteil ist jedoch kaum zu interpretieren und auf jeden Fall angreifbar:

  • Woher kommen die Zahlen?
  • Welche Annahmen stehen dahinter?
  • Was bedeutet der (in diesen Businessplänen meist ohnehin sehr allgemeine Text) konkret?

Leider stellt sich im persönlichen Gespräch vielfach heraus, dass diese Fragen im Businessplan deshalb offen bleiben, weil die Gründer selbst keine Antwort darauf kennen. Ein Schwachpunkt, der nach der Existenzgründung schnell zu ernsthaften Problemen führen kann.

In einem guten Businessplan greifen Text und Zahlen ineinander

Aus meiner Sicht zeichnet sich ein schlüssiger Businessplan vor allem dadurch aus, dass Text- und Zahlenteil ineinander greifen. Der Text erklärt die Zahlen und die Zahlen konkretisieren den Text. Dazu ist es meist notwendig, auch im Textteil des Businessplans einige Zahlen und Tabellen zu präsentieren, die die aggregierten Werte der Rentabilitäts- und Liquiditätsrechnung konkretisieren und die dahinterliegenden Annahmen darstellen. Ganz besonders wichtig ist dies bei der Planung des Umsatzes und seiner Entwicklung.

Ein Unternehmensberater hilft, die steigende Komplexität im Businessplan zu kontrollieren

Durch solch ein integriertes Vorgehen bei der Erstellung des Businessplans steigt die Komplexität. Und auch die Konkretisierung der hinter der Umsatzschätzung stehenden Annahmen fällt vielen Existenzgründern nicht leicht. Hier lohnt es sich auf jeden Fall Zeit, und wenn nötig auch Geld, in Ihre Zukunft zu investieren.

Ich unterstütze Sie gerne dabei, einen wirklich integrierten Businessplan zu erstellen und gleichzeitig Ihr Geschäftsmodell mit Ihnen weiter zu konkretisieren. Mit staatlichen Zuschüssen wird diese Investition für sogar noch attraktiver.

Ihr Unternehmensberater aus Aachen

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites

Kundenorientierung: Mit dem Blick des Kunden sehen

Was bedeutet eigentlich das so oft verwendete Schlagwort Kundenorientierung in der Praxis? Kann man sich durch Kundenorientierung noch vom Wettbewerb abheben, wo doch jeder behauptet, sein Unternehmen und seine Mitarbeiter seien kundenorientiert? Für mich lässt sich Kundenorientierung übersetzen als Fähigkeit, sich in seine Kunden hineinzuversetzen.

Kundenorientierung findet überall im Unternehmen statt

Kundenorientierung ist nicht allein Aufgabe des Verkaufs oder des Services. Vielmehr sollte sie Thema in allen Unternehmensbereichen sein. Angefangen bei der Forschung und Entwicklung, über das Marketing und die Kommunikation bis hin zur Bearbeitung eventueller Reklamationen.

Obwohl dies vollkommen offensichtlich und selbstverständlich klingt, sieht es in der Praxis oftmals anders aus. Denken Sie einmal an Situationen, in denen Sie in letzter Zeit selbst Kunde waren. Wie viele schlechte Beispiele fallen Ihnen ein?

Beispiele für mangelnde Kundenorientierung sind vielfältig

Mir fallen spontan gleich mehrere Beispiele für mangelnde Kundenorientierung ein:

  • Da ist der Lieferant, der bei einer terminkritischen Lieferung nicht in der Lage ist, einen Status der Lieferung zu nennen. Auch wenn die Lieferung am Ende rechtzeitig ankommt, verursacht ein solches Vorgehen Stress und Aufwand beim Kunden.
  • Da gibt es Internet-Seiten, auf denen Unternehmen stolz ihr Unternehmen, ihren Fuhrpark und schließlich ihre Produkte präsentieren – aus ihrer technischen Perspektive und sortiert nach ihren internen Produktgruppen. Die Bedürfnisse der Kunden und ihr Nutzen tritt daneben leider vollkommen in den Hintergrund.
  • Da ist der technikverliebte Fachberater im Elektronikfachmarkt, der Ihnen – wenn Sie ihn mal gefunden haben – alle technischen Features eines Produkts herunterbeten kann, Ihnen aber auf die Frage nach der Bedienung für Sie als Laien verständliche Antworten schuldig bleibt.

Was können Sie als Chef für mehr Kundenorientierung tun?

Um mit möglichst einfachen Mitteln Ihre Kundenorientierung zu verbessern, sehen Sie doch morgen einmal einen ganzen Tag lang Ihr Unternehmen mit den Augen eines Kunden aus Ihrer Zielgruppe. Oft sind es Kleinigkeiten, die zu einer Verbesserung führen:

  • Wenn Sie Einzelhändler sind, betreten Sie Ihr Geschäft nach der Öffnung noch einmal durch den Eingang und schauen Sie sich um, wie es ein Kunde auch tun würde. Würden Sie auf Anhieb finden, wonach Sie suchen? Wirkt Ihr Ladengeschäft attraktiv auf Sie?
  • Wenn Sie Kunden beraten, setzen Sie sich – nicht nur gedanklich – einmal auf die andere Seite des Tischs. Betrachten Sie auch Ihr Informationsmaterial. Ist es auf den Wissensstand Ihrer Kunden zugeschnitten oder wimmelt es von (nicht erklärten) Fachbegriffen?
  • Betrachten Sie auch Ihr Werbematerial und Ihre Internetpräsenz. Beschreiben sie nur, was Sie anbieten? Oder wird auch klar, welchen Nutzen Ihr Kunde von Ihrem Angebot hat?

Mit externer Hilfe geht es leichter

Als Chef kennen Sie Ihr Unternehmen in- und auswendig. Für einen objektiven Blick kann daher externe Hilfe notwendig sein. Ein guter Unternehmensberater mit Marketing-Know-how kann Ihnen hier weiterhelfen. Sowohl bei der Beurteilung der Situation und der Entwicklung von Verbesserungsmaßnahmen als auch bei der Schärfung Ihres Blicks für mehr Kundenorientierung.

Ihr Unternehmensberater

Markus Selders

Beitrag teilen:
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Google Bookmarks
  • MisterWong.DE
  • Technorati
  • del.icio.us
  • RSS
  • Add to favorites